Warum ChatGPT Ihre Firma nicht kennt, und was Sie dagegen tun können

Wenn ChatGPT nach einem Anbieter gefragt wird, empfiehlt es meist nur drei bis fünf Firmen, alle anderen kommen in der Antwort schlicht nicht vor. In den Website-Analysen von Reibung & Hebel für Schweizer KMU zeigt sich dabei fast immer dasselbe Muster: Es fehlt nicht an guten Inhalten, sondern an Maschinenlesbarkeit. Von vielen Webseiten bleiben für KI-Assistenten nur 100 bis 500 verwertbare Wörter übrig.

Ein Experiment: «Ich suche einen guten Physiotherapeuten in Zug»

Ich habe ChatGPT gefragt, was ein Kunde fragen würde: «Ich suche einen guten Physiotherapeuten in Zug.» Die Antwort: fünf Praxen, namentlich genannt, mit Bewertungen und Begründung. Und am Schluss eine klare Empfehlung für eine einzige.

Auf search.ch sind für Zug über 30 Physiotherapie-Einträge gelistet. Für die fünf Genannten ist diese Antwort Gratis-Werbung, genau im Moment der Kaufabsicht. Für alle anderen ist sie verlorene Kundschaft: Sie kommen nicht vor, und niemand merkt es.

Genau das passiert zurzeit in immer mehr Branchen. Menschen fragen ChatGPT oder Perplexity statt Google, und sie bekommen keine Linkliste, sondern eine Empfehlung. Wer in der Antwort steht, bekommt den Anruf.

Woran liegt es, wenn die KI eine Firma nicht nennt?

In den Analysen, die ich für Schweizer KMU durchführe, taucht immer dasselbe Muster auf: Die Seite hat gute Inhalte, aber es fehlt die Maschinenlesbarkeit.

Menschen sehen im Browser eine inhaltlich gut gemachte Webseite. Die Crawler von ChatGPT und Co. sehen oft nur das Grundgerüst, weil sie den Code nicht wie ein Browser ausführen. In meinen Analysen blieben meist nur 100 bis 500 maschinenlesbare Wörter übrig. Das ist zu wenig, um zitiert zu werden.

Dazu kommen wiederkehrende Einzelfehler, die ich in der Praxis regelmässig finde: fehlende H1-Überschriften, mehrfach wiederholte Textblöcke, fehlende oder falsche strukturierte Daten (in einem Fall war ein Treuhandbüro im Code als «Restaurant» ausgezeichnet), Kurzbeschreibungen, die nur «Home» lauten. Jeder dieser Fehler ist für sich schnell behoben, zusammen entscheiden sie darüber, ob eine KI die Firma überhaupt einordnen kann.

«Wir tauchen in KI-Antworten nicht auf» ist deshalb fast nie ein Inhaltsproblem. Es ist ein Aufbereitungsproblem. Und das ist die gute Nachricht: Aufbereitung lässt sich mit überschaubarem Aufwand beheben, oft in wenigen Stunden.

Der 30-Sekunden-Selbsttest

Fragen Sie ChatGPT: «Was bietet [Ihre Firma] auf [ihre-domain.ch] an?» Wenn die Antwort dünn, veraltet oder falsch ist, liegt es selten an der KI. Dann findet sie auf Ihrer Webseite schlicht zu wenig.

Zweiter Test, eine Stufe technischer: Öffnen Sie Ihre Webseite und deaktivieren Sie JavaScript im Browser. Was dann noch dasteht, ist ungefähr das, was ein KI-Crawler sieht.

Was konkret zu tun ist

Die wirksamsten Massnahmen aus meinen bisherigen Analysen, geordnet nach Aufwand:

Schnell erledigt (Stunden): eine klare H1-Überschrift mit Firmenname, Ort und Leistung; eine aussagekräftige Meta-Beschreibung; korrektes Schema.org-Markup (Organisation, Ort, Leistungen); doppelte Textblöcke bereinigen.

Mittelfristig (Tage): pro Kernleistung eine eigene Unterseite mit mindestens 300 Wörtern, die eine konkrete Kundenfrage direkt beantwortet; zitierfähige Fakten statt Werbefloskeln («seit 1978 in Zug, fünf Fachpersonen, spezialisiert auf KMU» statt «langjährige Erfahrung»); eine FAQ-Seite mit direkten Antworten.

Laufend: KI-Antworten schwanken je nach Formulierung und Zeitpunkt. Ein einmaliger Check ist eine Momentaufnahme, deshalb messe ich bei meinen Kunden monatlich nach, ob die Massnahmen wirken. Mehr zur laufenden Sichtbarkeitsbetreuung.

Häufige Fragen

Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO umfasst Massnahmen, damit KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews eine Webseite verstehen und als Quelle zitieren. Es ist mit klassischem SEO verwandt, aber nicht identisch: Eine Seite kann bei Google gut ranken und in KI-Antworten trotzdem nicht vorkommen.
Ist GEO dasselbe wie SEO?
Nein. Die Technik überlappt (sauberes HTML, strukturierte Daten, schnelle Auslieferung), aber das Ziel ist ein anderes: nicht ranken, sondern zitiert und empfohlen werden. Studien zeigen, dass gutes Google-Ranking KI-Zitate nicht garantiert; über die Hälfte der von Google-KI-Antworten zitierten Domains steht nicht in den organischen Top-10.
Wie prüfe ich, ob meine Firma in KI-Antworten vorkommt?
Der einfachste Weg: Stellen Sie ChatGPT und Perplexity die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden («Welcher [Ihre Branche] in [Ihre Region] ist empfehlenswert?»), mehrmals und in Varianten, denn die Antworten schwanken. Für Schweizer KMU erstelle ich solche Befunde zurzeit kostenlos, systematisch über mehrere Anfragen und beide Systeme.
Was kostet es, die KI-Sichtbarkeit zu verbessern?
Die häufigsten Massnahmen sind Aufbereitungsarbeit an der bestehenden Webseite, kein Relaunch. Die grössten Hebel kosten oft nur wenige Stunden Umsetzung. Entscheidend ist, vorher zu messen, wo die Seite steht, damit man die richtigen Stunden investiert. Alle Angebote und Preise.

Wissen möchten, wie Ihre Firma in KI-Antworten dasteht?

Ich erstelle zurzeit kostenlose GEO-Befunde für Schweizer KMU: was gut läuft, woran es liegt und was sich mit überschaubarem Aufwand ändern lässt. Kein Verkaufsgespräch, einfach der Befund.

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